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Judith Erlfelder,

"Stetige Erneuerung muss zum Alltagsgeschäft werden"

Innovationsexperte Christian Buchholz im Interview

Christian Buchholz ist am 31. August mit seinem Innovation Day zu Gast bei Gaisberg Consulting und öffnet für einen Tag seinen Werkzeugkoffer. Im Gaisberg-Blog verrät er schon vorab, warum Erneuerung zum Alltagsgeschäft werden muss, wie echte Innovationskultur entsteht und wie sich Innovation in den letzten 10 Jahren verändert hat.  

Innovationsexperte Christian Buchholz

Sie beraten seit 16 Jahren Führungskräfte, ist das Thema Innovationskultur wichtiger geworden? Was hat sich verändert?
Innovation wird nun deutlich anders von den Unternehmen wahrgenommen.  Als ich damit begann mich mit Innovationskultur zu beschäftigen, hatte dies für viele Organisationen keine Priorität. Meistens kam die Innovationsfähigkeit erst dann auf die Agenda, wenn der Wettbewerber bereits einige Längen Vorsprung hatte. Damit lag der Fokus dann eher auf schnelle Maßnahmen zur Ideenfindung.  Heute merkt man, dass diese punktuellen Maßnahmen nicht ausreichen, um langfristig vorne zu sein. Innovationsfähigkeit ist vor allem eine Frage der Unternehmenskultur.
 
Sie haben zahlreiche namhafte Unternehmen beraten und Seminare gehalten. Was war Ihr wichtigstes Learning?
Sicherlich war ein wesentliches Learning, dass ohne Commitment des Managements keine Innovationskultur entsteht. Ein Beispiel: Ein Kunde von uns wollte, dass die Mitarbeiter an der Entstehung von Innovationen mitwirken. Sobald aber die ersten Ideen auf den Tisch kamen, verschwanden diese lautlos in der Schublade der Führungsetage und die Motivation der Belegschaft entsprechend auch.
 
Braucht jedes Unternehmen eine Innovationskultur?
Wir leben in einer zunehmend digitalen Welt. Die Geschwindigkeit mit der neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt kommen, wird sich in den nächsten Jahren noch einmal deutlich steigern. Einmalige Innovationsprojekte reichen hier nicht aus, die stetige Erneuerung muss zum Alltagsgeschäft werden. Diese Veränderung betrifft aber nicht nur die Kundenleistungen, sondern vor allem auch die internen Prozesse, die regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden müssen. Eine Innovationskultur hilft dabei, dies zu leisten und die Menschen nicht zu überfordern. Allerdings wird es auch in zukünftigen Unternehmen Bereiche geben, in denen Innovationsfähigkeit die treibende Rolle spielt, während andere Bereiche weniger Flexibilität benötigen.
 
Auf der Suche nach Inspiration pilgern viele Unternehmer ins Silicon Valley oder neuerdings auch in die Silicon Savannah. Was halten Sie davon?
Ich liebe die Atmosphäre im Silicon Valley, den offenen Austausch und die Energie, die in diesem Ort liegt. Eine Reise dorthin ist eine großartige Inspirationsquelle, die dabei helfen kann, Veränderungsprozesse im eigenen Unternehmen auf den Weg zu bringen. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass hier eine einzigartige Mischung aus politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Gründergeist und Kapitalverfügbarkeit herrscht, die nicht 1:1 übertragen werden kann. Ich kenne einen Unternehmer, der begeistert von einer solchen Reise zurückkam, seine ganze Firma mit Inspirationsräumen im Google-Style ausstattete und sich dann wunderte, dass kein Mitarbeiter diese nutzte. Ich glaube übrigens, dass wir in Europa mit unserer kulturellen Vielfalt und Diversität viele Chancen haben, großartige Talente anzuziehen. Wir müssen aber dringend an den Rahmenbedingungen arbeiten, die die Entwicklung von StartUps begünstigen.
 
Sie helfen Unternehmen dabei, eine „echte“ Innovationskultur aufzubauen. Was verstehen Sie darunter?
Innovationskultur spielt sich im Alltag der Organisation ab und wird nicht vom Management definiert. Der schöne Satz von Peter Drucker „Culture eats strategy for breakfast“ hat auch hier seine Bedeutung. Gelebte Innovationskultur hat viele verschiedene Aspekte, wird sichtbar an der Kommunikation, den eingeräumten Freiräumen, den Arbeitsorten, dem Umgang mit Fehlern, dem Methodeneinsatz u.v.a. mehr.
 
Was sind die Voraussetzungen dafür, diese „echte“ Innovationskultur im Unternehmen aufzubauen? Was braucht man dazu?
Wir beginnen neue Projekte immer mit einer Standortbestimmung. Dafür haben wir das Innovation Performance Radar (IPR) entwickelt. Dies zeigt sehr effizient die aktuelle Innovations- bzw. Erneuerungsfähigkeit von Teams, Abteilungen oder der ganzen Organisation. Kriterien sind Fragen wie zum Beispiel: Ist Innovationsfähigkeit ein Kriterium für die Mitarbeiterbeurteilung? Haben neue Ideen einen Vertrauensvorschuss? Fördern die Arbeitsplätze den Austausch von Wissen und Ideen?
 
Was ist der Worst Case? Was sollte man auf keinen Fall tun?
Innovationskultur auszurufen und diese dann nicht zu leben ist sicherlich ein Worst Case. Mitarbeiter werden motiviert dazu, sich zu verändern - dann werden aber die Rahmenbedingungen durch die Organisation nicht erfüllt. Jede zukünftige Initiative wird durch so ein Verhalten im Vornhinein ausgehebelt.
 
Der Aufbau einer Innovationskultur heißt auch Veränderung. Welche Rolle spielt Change Kommunikation in Ihren Projekten?
Change Kommunikation ist ein ganz wesentlicher Bestandteil eines Innovationsprojektes. Gerade wenn die gesamte Organisation betroffen ist können gutgemeinte Initiativen durch falsche oder keine Kommunikation schnell im Keim ersticken.
 
Sie bringen am 31. August den Innovation Day nach Wien. Was ist das Besondere am Innovation Day?
Das Besondere am Innovation Day ist, dass wir in kurzer Zeit einen umfassenden Überblick über das Thema Innovation geben. Wir nutzen die Metapher des Innovationsuniversums, in dem wir quasi jeden einzelnen Planeten einmal anfliegen und beschreiben. Dies sorgt für Klarheit und das Feedback ist häufig „Jetzt weiß ich endlich, was alles im dem Thema Innovation drin steckt“. Wir waren in den letzten 2 Jahren bereits in vielen großen Städten in Deutschland. Berlin, Hamburg, München, Frankfurt waren dabei, genauso wie meine Heimatstadt Düsseldorf. Und am 31. August sind wir das erste Mal in Wien, da freue ich mich schon darauf.
 
Sie öffnen beim Innovation Day in Wien auch Ihren Werkzeugkasten. Wie hat sich dieser im Laufe der letzten Jahre verändert?
Heute kommen mehr Fragen zu Methoden/Werkzeugen wie Design Thinking oder Business Model Canvas, die mittlerweile eine hohe Bekanntheit bei Unternehmen haben. Hier muss ich auch häufig bremsen und deutlich machen, dass nicht jede Methode für jedes Problem geeignet.
 
Wie bleiben Sie persönlich innovativ?
Für mich heißt innovativ bleiben immer auch geistig flexibel sein. Ich habe Glück, dass ich in meinem Beruf mit unterschiedlichsten Menschen aus verschiedenen Unternehmen und Kulturen zusammenarbeiten darf. Dies schafft immer wieder neue Erkenntnisse und Erlebnisse. Zudem reise ich sehr gern und versuche an jedem Ort etwas Neues zu entdecken. Dies kann manchmal etwas anstrengend sein, führt aber dazu, dass Langeweile ein Fremdwort für mich geworden ist.
 
 

Innovation Day bei Gaisberg am 31.08.2017

Sie wollen Ihr Innovations-Know-how steigern? Sie haben einen vollen Terminkalender und nur wenig Zeit? Dann sind Sie hier richtig. Christian Buchholz, der Experte, wenn es um das Thema Innovation und Führung geht, lädt Sie herzlich zum Innovation Day am 31. August bei Gaisberg in Wien.

Ein Tag mit direkt umsetzbarem Innovations-Know-how, Praxiswissen aus unzähligen Innovationsprojekten und wirkungsvolle Tools – das alles kurz und knackig aufbereitet. Denn Christian Buchholz öffnet an diesem Tag seinen Werkzeugkasten aus der Ausbildung zum Innovation Coach und gibt den Teilnehmern einen kompletten Überblick über alle wichtigen Bestandteile einer erfolgreichen Innovationskultur bis hin zur Frage: Wie stärke ich meine eigene Innovationskraft?

Erfahren Sie hier mehr.

 

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