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Diana Gregor-Patera,

Star Wars – das Erwachen der Macht (der Talente von morgen)

Man liebt das, wofür man sich müht, und man müht sich für das, was man liebt,“ sagte einmal der deutsch-amerikanische Philosoph und Psychoanalytiker Erich Fromm. Wie recht der von Freud und Marx beeinflusste Sozialpsychologe auch etliche Jahre nach dieser Äußerung behalten sollte und wie brisant das Thema zur aktuellen Stunde ist, zeigt sich heute besonders deutlich im sogenannten „War for Talents“.

Es scheint, als fehlten Unternehmen und Konzernen die richtigen Riecher für das, was Top-Kräfte am Arbeitsumfeld reizt. Mitarbeiter rekrutieren, motivieren und langfristig zu halten erweisen sich für Arbeitgeber als Herausforderungen ungeahnter Ausmaße. Eine Entwicklung, die Gegenwind braucht. Neue Lösungen in der Kommunikation wie Usability Tests oder Speed Dating, raus aus der reinen Unternehmer-Denke hinein in die Köpfe der zukünftigen Mitarbeiter – daran arbeiten wir aktuell bei Gaisberg.

Potenzielle Mitarbeiter werden immer wählerischer. Das erfordert beim Gegenüber wiederum Kreativität und die richtigen Impulse. Arbeitgeber müssen ihre Employer Value Proposition (EVP) intensivieren und verbessern. Viele Employer-Branding-Kommunikationstrends der vergangenen Jahre führten nicht zum gewünschten Erfolg. Erst langsam steigt das Bewusstsein bei den Arbeitgebern, dass es bei der Employer-Branding-Strategie vor allem auf eines ankommt: Authentizität. Und dennoch das Dilemma. Denn die Suche nach und vor allem das Finden von Angestellten gestaltet sich als äußerst mühsames Unterfangen. Hier mangelt es schlicht an der convenience, die wir aus so vielen anderen Bereichen des Lebens kennen, schätzen und genießen – vom Online Shopping über rund um die Uhr-Lieferservices bis hin zu Alexa, dem Smart-Speaker und Personal Assistant – die allerdings keineswegs bis in den Bereich Personalwesen durchgedrungen ist.

Das könnte sich zukünftig ändern. Mit zunehmender Bedeutsamkeit von Start-Ups, deren Sichtbarkeit und Impact tritt nun auch der erforderliche Paradigmenwechsel ein: Vor allem Wien mausert sich zu einem HR-Tech-Hotspot. Das beweist mitunter die Vernetzung der Szene auf Basis der Plattform HR-Tech Hub Vienna, die von Firstbird, Gustav, hokify, PreScreen und whatchado gegründet wurde. Wien baut damit seine Stellung als eine der größten HR-Metropolen innerhalb Europas weiter aus und folgt damit dem internationalen Trend. So ist etwa JobRocker eines der am schnellsten wachsenden HR-Startups in Europa. Während im gesamten Jahr 2016 rund 2,2 Milliarden Euro weltweit in HR-Startups investiert wurden, waren es im ersten Quartal 2018 bereits knapp 0,7 Milliarden. Wenn dieser Trend weiter anhält, könnte dies zwischen 2016 und 2018 im HR-Tech-Bereich ein Wachstum von knapp 30 Prozent bedeuten.

Was oben erwähnte Startups vereint ist Kundenzentriertheit. Die Orientierung an den Bedürfnissen der Mitarbeiter ist von essenzieller Bedeutung. Denn diese sind heute andere – und stark an das private Lebensumfeld geknüpft. Eine aktuelle Studie des Personalunternehmens Suite&Co, im Rahmen derer über 800 Fachkräfte und 50 Personaler befragt wurden, verdeutlicht das: Die Nähe zum Wohnort und eine gute Anbindung sind für Arbeitnehmer das wichtigste Kriterium, einen Arbeitgeber als attraktiv einzustufen. 58 Prozent der befragten Fachkräfte sehen die Wohnungssuche im Falle eines Arbeitgeberwechsels als große Herausforderung, bei der sie Hilfe vom Arbeitgeber erwarten. Im Vergleich dazu spielen Kriterien wie Größe und Bekanntheit eines Unternehmens eine untergeordnete Rolle: Für lediglich 27 Prozent der Befragten stehen diese Parameter mit Arbeitgeberattraktivität in Zusammenhang. „Um klar zu sehen genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung,“ meinte schon der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Das sollte den Firmen und Arbeitgebern der Zukunft helfen.

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