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Silvio Piskernigg,

Wirtschaftsschutz muss Teil der Standortpolitik sein

Kleine und mittlere Unternehmen, das viel zitierte Rückgrat unserer Wirtschaft, finden sich heute – genauso wie große Unternehmen auch – in einer komplexen Geschäftswelt wieder. Viele nutzen bereits die umfangreichen Möglichkeiten der Digitalisierung, um ihre Waren und Dienstleistungen weiterzuentwickeln und zu vermarkten.  Immerhin 200 Unternehmen haben es laut der jüngsten Statistik von FH-Prof. Georg Jungwirth von der Fachhochschule Campus 02 in Graz in die Bestenliste der so genannten Hidden Champions geschafft. Diese Weltmarktführer sind am globalen Markt zu Hause: mit einer durchschnittlichen Exportquote von 88 Prozent beweisen sie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Die Kehrseite der Medaille

Und das ist gut so. Denn das Internet und die allgegenwärtige Digitalisierung bringen nicht nur grenzenlose Möglichkeiten, sondern auch neue Gefahren. Ende Oktober gab das Bundeskriminalamt bekannt, dass die Zahl der Anzeigen im Bereich Cybercrime 2016 in Österreich mit 13.100 im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel gestiegen ist. Das sind 36 Anzeigen pro Tag – Cybercrime ist damit endgültig zum Massenphänomen geworden.

Abgesehen von kriminellen Angriffen bedarf es eines Regelwerks, um personenbezogene Daten sinnvoll zu schützen. Nach langen Verhandlungen haben sich die EU-Mitglieder auf eine neue Datenschutz-Grundverordnung geeinigt, die im Mai 2018 in Kraft treten wird und eine einheitliche Regelung für den Schutz von personenbezogenen Daten gewährleisten soll.  Die Anforderungen an Unternehmen durch diese Verordnung sind durchaus anspruchsvoll. Es ist zu befürchten, dass es einige Unternehmen kalt erwischen wird, wenn sie die neuen Auflagen hinsichtlich Datenschutz und Informationspflichten verletzen und damit hohe Strafen (bis zu 20 Millionen Euro!) riskieren.

Größere Unternehmen haben sowohl die personellen als auch finanziellen Ressourcen, um sich auf Themen wie diese gezielt vorzubereiten. KMUs haben diese nicht, zumindest nicht in einem vergleichbaren Umfang. Dennoch müssen auch sie Wege finden, um sich mit diesen Themen entsprechend auseinanderzusetzen.

Deutschland: Vorbild in Sachen Wirtschaftsschutz

In Deutschland hat sich im vergangenen Jahr die Initiative Wirtschaftsschutz gebildet, die von Akteuren aus Staat und Wirtschaft getragen wird. Unter anderem sind dies der Bundesverband der Deutschen Industrie, die Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft, der Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Ihr gemeinsames Ziel ist es, zentrale Unternehmenswerte für Deutschland und seine Wirtschaft besser zu schützen.

Als Teil dieser Initiative bietet das „Handbuch Wirtschaftsgrundschutz“ Unternehmen konkrete Handlungsempfehlungen, um Gefahren entgegen zu wirken. Die darin enthaltenen Standards und Bausteine werden in modularer Struktur, z.B. zu den Themen Krisen- und Notfallmanagement, Reisesicherheit, Bewerberprüfung, zur Verfügung gestellt und sind gerade für KMUs eine praxisorientierte sinnvolle Hilfestellung. Einen wichtigen Aspekt zum Schutz von Unternehmenswerten stellt auch die professionelle und effektive Krisenkommunikation dar. Dafür hat Gaisberg Consulting nun den Baustein „Krisenkommunikation“ entwickelt.

Ins Stammbuch der neuen österreichischen Bundesregierung

Auch in Österreich gibt es Ansätze, Unternehmen Hilfestellung für den Umgang mit diesen Herausforderungen zu geben, etwa von der Wirtschaftskammer und dem Kuratorium Sicheres Österreich. Dennoch fehlt ein umfassender und koordinierter Ansatz wie in Deutschland. Ein Punkt, den man der noch zu bildenden österreichischen Bundesregierung ins Stammbuch schreiben sollte. Denn Standortpolitik sollte auch den Schutz unserer Wirtschaft umfassen.

Den Baustein Krisenkommunikation sowie die weiteren Bausteine des Handbuchs Wirtschaftsgrundschutz finden Sie hier zum Download.

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