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Ute Stocker,

Innovation ja, aber wie?

Wie Sie Innovation in Ihrem Unternehmen fördern

Das Wort „Innovation“ wird inzwischen so inflationär gebraucht, dass es Gefahr läuft zur leeren Worthülse zu verkommen. Klar, jedes Unternehmen schreibt sich gerne Innovativität auf die Fahne, klingt erstmal gut und ist leicht daher gesagt. Innovativ sein will jeder, aber oftmals fehlt es an guten Ideen – oder liegt es etwa am fehlenden Problem? Christian Buchholz, Top-Experte für Innovation, vermittelte den Teilnehmern am Innovation Day, am 31. August bei Gaisberg praxisnahes Know-how zum Thema Innovation und stellte gleich zu Anfang klar, dass Innovationen Antwort auf relevante Probleme sein müssen: Kunden brauchen Innovationen, die einen Mehrwert und Lösungen für Probleme bieten. Neu sein allein reicht da nicht aus, sich für eine Lösung erst das passende Problem zu zimmern ist auch kein Ausweg.

Innovation Day zu Gast bei Gaisberg. Christian Buchholz vermittelte an einem Tag praktisches Innovations-Know-how.

Innovationskultur schaffen

Neben einem „guten“, weil relevanten Problem braucht Innovation auch Innovationskultur. Sie ist Teil der Unternehmenskultur und muss sowohl von Führungskräften als auch von Mitarbeitern mitgetragen werden. Damit eine entsprechende Innovationskultur entstehen kann, müssen Unternehmen aber die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.

Inspiration

Innovation braucht Inspiration. Bestehende Erfahrungen werden mit neuen Erkenntnissen kombiniert und führen zu neuen Ideen. Dafür müssen aber erst liebgewordene Denkmuster durchbrochen werden. Ein möglicher Weg ist zum Beispiel betriebsinterne Job-Rotation –  beim Jobwechsel können Mitarbeiter neue Erfahrungswerte sammeln und mit neuer Perspektive, alte Probleme in Angriff nehmen.

Auch branchenfremde Experten können neue Denkanstöße und mögliche Antworten liefern – das Rad muss nicht immer gänzlich neu erfunden werden. Bei Cross-Industry Innovation wird ein Blick auf andere Industrien geworfen, um dortige Erkenntnisse und Technologien auf den eigenen Anwendungsbereich zu übertragen. So basiert der iDrive von BMW auf dem Joystickkonzept der Computerindustrie, Coca Cola nutzte bei seinen Freestyle-Getränkeautomat die Dosiertechnologie der Medizintechnik und die Dämpfung im Nike Shox Laufschuh stammt ursprünglich vom Dämpfungssystem von Formel-1-Rennwagen.

Freiräume

Wo entstehen gute Ideen? Am Arbeitsplatz? Fehlanzeige! Unser Gehirn verknüpft Orte mit Tätigkeiten. Am Arbeitsplatz werden zumeist ausstehende Aufgaben möglichst effizient abgearbeitet – Kreativität kommt hier aber sehr selten auf, denn Effizienz ist nicht unbedingt förderlich für Innovationen. Suchen Sie sich Ihren Inspirationsraum. Wo habe ich gute Ideen? Das kann beim Laufen, im Café, im Park oder Zuhause sein. Unternehmen sollten kreative Denkprozesse fördern, Freiräume etablieren und auch Zeit für neue Ideen schaffen.

Kreativität ist erlernbar

Kreativität ist nicht nur ein paar Glücklichen vorbehalten. Die gute Nachricht ist: Kreativität ist erlernbar und kann trainiert werden. Dabei helfen verschiedene Kreativitätsmethoden. Christian Buchholz vom verrocchio Institute hat uns am Innovation Day unter anderem die folgenden Tools vorgestellt:

Innovationdigging: Innovationserfolge planbar machen

Sie wollen Innovation schaffen, wissen aber nicht wo Sie mit der Ideensuche anfangen sollen? Mittels Innovationdigging können Sie Ideen aufspüren und die Erfolgswahrscheinlichkeit bei der Umsetzung erhöhen. Zuerst wird eine Tabelle gezeichnet, diese dient als Suchfeldmatrix. In den Zeilen werden die Touchpoints (Berührungspunkte) eingetragen, die Menschen mit einem Produkt, z.B. einer Kaffeemaschine, haben.

  • Kaffeemaschine auspacken
  • Kaffeemaschine aufstellen
  • Bedienungsanleitung lesen
  • Kaffee einfüllen
  • Wasser einfüllen
  • Dosierung einstellen
  • Kaffee brühen
  • Reinigungsvorgang
  • Etc.

In den Spalten werden verschiedene Nutzendimensionen eingetragen.

  • Schneller
  • Günstiger
  • Komfortabler
  • Lustiger
  • Sicherer
  • Etc.

Nun sehen Sie sich gemeinsam die einzelnen Suchfelder an: von „schneller Wasser einfüllen“ bis „leiser Kaffee brühen“  gehen Sie alle Kombinationen durch und sehen sich an, welche Wortkombination ein verstecktes Suchfeld ist, welche es Wert wäre näher betrachtet zu werden. In einem nächsten Schritt planen Sie, wann Sie welches Suchfeld näher untersuchen wollen.

Die Kopfstandtechnik: Drehen Sie Ihr Problem doch mal um

Die Kopfstandtechnik ist eine ideale Methode um starre Denkmuster und Zensoren auszuschalten. Stellen Sie dafür eine Fragestellung auf den Kopf. Z.B. „Wie müsste mein Messe-Stand aussehen, damit möglichst wenige Besucher kommen?“ Lassen Sie die Teilnehmer anschließend Ideen sammeln – egal ob „Heino singt am Messestand“ oder „zähnefletschende Wachhunde“, keine Idee kann zu skurril sein.

Die Teilnehmer am Innovation Day sammeln mittels Kopfstandtechnik Ideen zur Fragestellung: "Wie müsste mein Messe-Stand aussehen, damit möglichst wenige Besucher kommen?“

Suchen Sie sich danach eine der Ideen aus und verwandeln Sie die Idee wieder in eine positive Idee zurück. In unserem Beispiel etwa „Gestank“. Kann man den Messestand besonders wohlriechend gestalten? Vielleicht einen Signature-Duft kreieren? Gehen Sie alle Ideen durch und drehen Sie diese wieder um und finden Sie versteckte Innovationspotenziale.

6-3-5 Methode: 6 Teilnehmer, 3 Spalten und 5 Zeilen

Die 6-3-5 Methode ist eine Kreativitätstechnik zur Ideenfindung, eignet sich besonders für einfachere Fragestellungen und kann in sehr kurzer Zeit viele Ideen erzeugen – 108 um genau zu sein: 6 Teilnehmer mal 3 Ideen mal 5 Zeilen.

Zunächst bekommt jeder der 6 Teilnehmer ein vorgefertigtes Arbeitsblatt mit der Fragestellung und 18 Ideenfeldern. Jeder der Teilnehmer verfasst in kurzer Zeit 3 Ideen und trägt sie in die Felder der ersten Zeile ein. Danach werden die Arbeitsblätter im Uhrzeigersinn an den nächsten Teilnehmer weitergegeben. Der Nachbar muss nun versuchen, die bereits genannten Ideen aufzugreifen, zu ergänzen oder weiterzuentwickeln und trägt die nächsten 3 Ideen in die freie Zeile ein. Der Vorgang wird solange wiederholt bis alle Felder ausgefüllt sind.

Sie wollen mehr über Kreativitätstechniken erfahren? Das verrochio Institute for Innovation Competence bietet auch Ausbildungen zum Innovation Coach an. Sie möchten Innovationskultur in Ihrem Unternehmen verankern und Innovationserfolge richtig kommunizieren? Wenden Sie sich an unsere Experten und holen Sie sich ein unverbindliches Angebot.

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